dierck & meyer mediengestaltung

Schwarz auf Weiß. Drucksachen und mehr. Online seit 1999.

By

Energiepolitik fängt beim Stromkauf an …

… berührt aber natürlich fast alle Lebensbereiche. Und da lese ich heute in einer afp-Meldung meiner Tageszeitung, daß es schwierig sei, sein Geld in „Finanzprodukten“ (als ob das was mit Herstellung zu tun hätte) anzulegen, ohne damit gleichzeitig die Atomindustrie zu unterstützen.

Nun, mir fallen da gleich auf Anhieb zwei Geldhäuser ein, bei denen man sich schon sicher sein kann.

1. GLS Gemeinschaftsbank eG, Bochum

In deren Grundsätzen zur Geldanlage gibt es eine Liste von Ein- und Ausschlußgründen, wonach Wertpapiere von Unternehmen zur Anlage auszuwählen sind. Im Negativkatalog heißt es:

„Die GLS Bank gibt keine Anlageempfehlung für Unternehmen, die den nachfolgenden definierten Kriterien nicht genügen:

Verletzung von Menschenrechten
Verletzung von Grund- und Arbeitsrechten
Kinderarbeit
Tierversuche
Kontroverses Umweltverhalten
Kontroverse Wirtschaftspraktiken
Atomenergie
Biozide
Chlororganische Massenprodukte
Embryonenforschung
Agro-Gentechnik
Pornografie
Rüstung
Suchtmittel
Ein Unternehmen wird dabei auch ausgeschlossen, wenn es ein anderes Unternehmen oder Land unterstützt, das gegen diese Kriterien verstößt oder im Eigentum eines solchen Unternehmens oder Landes ist.“

Daß diese Grundsätze auch eingehalten werden, dafür sorgen die Transparenzrichtlinien des Unternehmens. Daß es sich bei der GLS Gemeinschaftsbank um eine eingetragene Genossenschaft handelt, ist dabei sicherlich zusätzlich hilfreich.

2. Umweltbank AG, Nürnberg

Diese 1997 von einem ehemaligen Mitarbeiter der – längst selig entschlafenen – Ökobank eG gegründete Aktiengesellschaft investiert ausschließlich in Unternehmen, die in einen definierten Kriterienkatalog passen, vor allem in CO2-reduzierende Projekte wie energetische Gebäudesanierung und Erzeugung erneuerbarer Energien.

Aktiengesellschaft, das liest sich dabei erstmal problematisch. Vertrauen schafft, daß die Unternehmensziele in der Satzung festgeschrieben sind. Außerdem gehört zu den satzungsmäßigen Organen ein sogenannter „Umweltrat“, dessen Unabhängigkeit dadurch gewährleistet sein soll, daß ihm keine Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder angehören dürfen.

Die Umweltbank wurde 2010 als „nachhaltiges Unternehmen“ ausgezeichnet.

Wie man sieht: Die Wege des Geldes sind wunderbar und seltsam, aber es in die gute Richtung in Marsch zu setzen, das geht schon mit wenig Mühe.

Sapere aude!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Unsere Seiten sind gehostet bei manitu. Wir empfehlen Safari oder Firefox oder einen anderen Browser Ihres Vertrauens.