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„Mein Gott, es ist alles voller Daten!“

(Astronaut Dave in Stanley Kubrick’s „2001 – A Space Odyssey“, leicht abgewandelt)

Rechteckig (manchmal mit modisch gerundeten Ecken), schwarz glänzend („Klavieroptik“), schlank sind sie, wie der Obelisk in „2001 – A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick, der erst auf dem Mond gefunden, dann vor dem Jupiter schwebend ein neues Zeitalter der Menschheit einläutet. Nunja, d&m’s ögyr neigte ja schon immer zum Pathos … 😉 Obgleich, das ist doch immer wieder ein Wunder, was in so ein kleines schwarzes Kästchen passt, von der Fläche her etwa anderthalb Zigarettenschachteln groß, aber nur halb so dick wie solche.

Rechteckig, schwarz, glänzend: Die „Blackbox“ in „2001“

Die Rede ist von den schon seit einiger Zeit, aber in täglich wachsenden Haufen in den Verkaufsboxtonnen der Elektronikmärkte sich türmenden mobilen 2,5-Zoll-USB-Festplatten. Gerade mal 44,99 Euro zahlte jüngst ögyr für – im Hinblick auf die Angebote – noch vergleichsweise wenige 500 GigaByte. Nicht nur, dass die Wunderkisten nicht mal mehr einen eigenen Stromanschluss benötigen (sie laufen munter sogar an eher spannungsarmen USB-Anschlüssen einer Mac-Tastatur), sie sind auch unschlagbar preiswert, gerechnet auf Cent pro GigaByte: 44,99 Euro durch 500 GigaByte, das macht nach Eva Zwerg 9 Cent pro GigaByte. Da hält kein USB-Stick mit (ca. 10 Euro für 16 GB) und selbst die klassischen DVD-Rohlinge gerade mal eben: 25 derer, jeweils mit einer Kapazität von 4,7 GB, bekommt man günstigstenfalls (und dann No Name, wovon in Sachen Langlebigkeit abzuraten ist) für 9,97 Euro, macht 8,5 Cent pro GB. Abgesehen davon, dass sowohl Sticks wie – noch viel, viel mehr – DVD-Brennen um einiges langsamer sind als ein Datentransfer auf die festgeplatteten Mobilchen: ein „klassisches“ 4-GB-Film.AVI braucht gerade mal eine gute Minute, schon ist es „drüben“. Gar nicht zu reden davon, dass Festplattenspeicher deutlich langlebiger sind als DVDs. Letztere sind ja zuweilen schon nach zwei Jahren „buggy“ und daher reif für den Plaste-&-Elaste-Müll, besonders die hastig und ohne „Verify“ gebrannten No-Name-Rohlinge.

Festplatten-Array unterm Schreibtisch: Links unten eine Iomega 1TB, oben die Intenso Core 750 GB, rechts eine alte, aber immer noch gute FireWire-Dienste tuende LaCie 360 GB

Rückwärtig dennoch der Kabelsalat des allwährenden Anschlusses der Datenträger

Genug der zahlreichen Gründe, um auf die „Plättchen“ mal ein – empfehlendes – Loblied zu singen. Sie stapeln sich jetzt schon auf ögyrs Schreibtisch, genauer, darunter: im „Array“ auf dem MacPro mückenzirpend und nunmehr sämtliche USB-Anschlüsse „pluggend“ (bald muss also mal ein Hub her – aber man kann ja auch umstöpseln).

Und auch genügend Gründe, mal gelinde lächelnd zurückzuschauen: 180 D-Mark kostete 1988 die 54-MB-Festplatte, die ögyr in seinen Amiga 2000 einbaute (mal eben hoch- und nachgerechnet: 1.667 EUR pro GB!). 2002 musste er immerhin noch 250 EUR berappen für seine erste externe Firewire-(auch schon Plugin-Schnee von vorgestern)-Platte mit 80 GB (3,13 EUR pro GB) – für ein iBook (2. Generation), dessen interne Platte gerade mal 6 GB fasste.

Indessen: Ertrinken wir nicht allmählich in der Datenflut, die wir staudämmen? Wo wir heute mit GigaByte-Mengen so leichtfertig umgehen wie einst mit einem Tausendstel davon? Zumal es zunehmend weniger auf das – immer leichtere – Versammeln der Daten ankommt als darauf, sie auch – mit vertretbarem Zeitaufwand – wiederzufinden. Manchmal lädt man ja heute einen Film oder eine gerade gewünschte Musik in iTunes schneller herunter, als man sie in den zahlreichen angelegten Listen sucht. Lohnt Archivieren noch, wenn man eh bald alles „auf einen Klick in der Cloud“ verfügbar hat? Und warum überhaupt archivieren? Warum dieses Versammeln von Vergangenheiten? Aber das ist eine andere Moral dieser G’schicht. Vorerst sei vermerkt, dass die „Plättlein“ ihre Inhaltsschwangerschaften per Finder und dessen Suchfunktionen schneller preisgeben als jedes ehemalige analoge Karteikartenkästchen.

Sapere aude!

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