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The Art of (Vor-) Bespreching (drei)

Kapitel drei, worin man erkennt, wie aus allerlei blöde schwatzendem Pressematerial auf www.honky-tonk.de dennoch ein recht erklecklich launiger Text durch Remix desselben wird. Alles nur mediokre Bands, die gleichwohl im TEXT sich geadelt finden. Ein Beispiel für munteres, aber ebenso (manchmal) gewitztes „Copy & Paste“. Das ist der allemandige Blues des Schreibers …

19 gute Gründe zum Kneipen-Hopping

Das 8. Honky Tonk Kneipenfestival rockt am Sonnabend (fast) ganz Kiel

Von Jörg Meyer

Kiel. Neblig schleicht der Herbst ins Land, und immer früher wird’s Abend. Was ja nicht das schlechteste bedeutet, wenn man an dem kneipwärts wandelt. Am Sonnabend gibt’s dafür noch 19 gute Gründe mehr, denn das 8. Honky Tonk Kneipenfestival rockt Kiel City in 19 ihrer Kneipen unter dem Motto „Keine Chance dem November-Blues“.

Das bedeutet Mugge satt und für lau. Denn wer sich an einer der 19 Stationen in die Honky-Tonk-Nacht einloggt, hat alle 19 zum Preis (16 Euro, Vorverkauf in fast allen der beteiligten Kneipen sowie bei den „Kieler Nachrichten“: 13 Euro) von einer – inklusive Shuttle-Bus zum munteren Kneipen-Hopping. Studis, die ihr Honky-Tonk-Bändchen beim AStA der Uni Kiel oder in den beiden Mensen lösen, zahlen sogar nur 8 Euro.

Nicht nur frisch gezapften Rock, Blues, Soul – und wie die Muggen alle heißen – kann man dabei erleben, sondern auch acht Locations, die in diesem Jahr ihre Honky-Tonk-Premiere feiern: Soto’s, Fresh/Happiness Station, Studio Filmtheater, Hillstreet, Pogue Mahone, Zenbar, Mr. Yang und Champs.

Freilich, alle neunzehn wird kaum jemand zwischen neun Uhr abends und Zwei in der Frühe schaffen. Daher hier ein paar ganz unverbindliche Tipps, wo es sich lohnen könnte, etwas länger zu verweilen (gesamtes Programm: www.honky-tonk.de). Etwa bei The Dizzy Dudes im Pogue Mahone (Bergstr. 15). Als „Elvis beim Wettsaufen mit Kiss“ oder auch „Stray Cats beim Hot-Rod-Rennen gegen Guns’n’Roses, Chuck Berry beim Hotelzimmer-Zerlegen mit Led Zeppelin“ beschreiben die fünf Hard-Rocker ihren recht speziellen Retro-Future-Sound. Wer so brachiale Metaphern für seine Musik erfindet, sollte nicht unerhört bleiben. Nebenan im Ease (Bergstr. 17a) laden ab 22 Uhr die Kieler Hiphop-Lokalmatadoren in ihr Büro am Strand. Diese drei Beach-Boys wagen den rappenden Brückenschlag zwischen ihren Vorbildern Udo Jürgens und Fanta Vier. Das dürfte echt fett gebrotete Lyrics hageln.

Doch verholen wir uns mal ans nördlichere Ende der klassischen Party-Meile Bergstraße, um im Studio Filmtheater beim Bluesduo Deep Down South niederzukommen. Der Name ist Programm: Virginia greets Kiel, wenn Bluesman Greg Copeland singt und Martin Messing dazu die Gitarre massiert. Weiter nordwärts die Holtenauer hinauf bis zur Nr. 82 ins Non Solo Pane bleibt’s bluesig, gemixt mit einer ordentlichen Dosis Funk, wenn dort Alex Exson aus sweet ol’ Chicago zwischen Temptations, BB King und John Lee Hooker changiert. Zu viel des (November-) Blues? Dann ab in die Bazille, auf der anderen Straßenseite (Holtenauer Str. 73), wo die Hamburg Gossenhauer ihrem Namen alle Ehre machen, indem sie von Beatles bis REM und den Ärzten bis U2 so ziemlich alles Evergrienen zu beaten haben.

Jetzt wird ein Haken geschlagen, oder auch ein Häkchen, zum Latin-Duo Mi Carla im Soto’s (Knooper Weg 189). Der dortige aus Belgien stammende Wirt hat echt die heißesten Tapas in Kiel und die feurige Sängerin Annika Sesterhenn die dazu passenden Rhythmen. Naja, man könnte dafür auch südlicher der Holtenauer bleiben, nämlich im Santa Fe (Holtenauer Str. 93), wo das Trio Latino die Salsa in den Saiten und der Percussion hat.

Kontrastprogramm mit echt Retro-Rockabilly gefällig? Auf, denn heute bleibt die Küche nicht kalt, in den Wienerwald (Holtenauer Str. 74), wo’s statt heißen Hendln in dieser Nacht mal heiße Schuhsohlen mit den Hamburgern Behind The Eightball gibt. Oder aber andere Richtung in die Kulisse (Holtenauer Str. 139), in der The Greyhounds dem Rockabilly statt des Hahnenkamms die traditionelle Tolle aufsetzen.

Und zum Abschluss oben drauf ein All-Time-Hit-Cover-Sahnehäubchen in der Innenstadt, nämlich im Mangos’s (Alter Markt 18), wo die Super Cover Lover die Gassenhauer präsentieren, die einst Party-Hymnen wurden. Oder doch eine Spur balladesker statt Bum-Bum? Dann geht’s ins Mr. Yang (Schloßstr. 2). Da zeigt das Rostocker Septett No Yazz, was die Backstreet Boys vergessen hatten, als sie nicht Santana mit den Mamas & Papas kombinierten und Eric Clapton auch nicht erlaubten, den Soul zu singen. In jedem Fall: November-Blues, wir haben dich bezwungen!

Weitere Infos sowie Hörproben unter der Festival-Hotline 0171-7455681 oder unter www.honky-tonk.de.

(KN, 4.11.2011)

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Sapere aude!

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